Padel, Tennis und Squash gehören zu den bekanntesten Rückschlagsportarten. Auf den ersten Blick wirken sie ähnlich, unterscheiden sich aber deutlich in Spielfeld, Ausrüstung, Belastung und Trainingseffekt. Tennis ist seit Jahrzehnten als Breiten- und Leistungssport etabliert, Padel hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der am schnellsten wachsenden Trendsportarten Europas entwickelt, und Squash gilt seit Langem als besonders intensives Training. Hier erfährst du, wie sich die drei Sportarten bei Spielfeld, Regeln, Energieverbrauch und Beliebtheit unterscheiden – und welche am besten zu dir passt.
Spielfeld und Ausrüstung im Vergleich
Ein Padel-Court misst 10 × 20 Meter, also 200 Quadratmeter. Ein Tennisfeld im Doppel ist mit 10,97 × 23,77 Metern rund 30 Prozent größer – das Einzelfeld ist mit 8,23 × 23,77 Metern dagegen sogar etwas kleiner als ein Padel-Court. Der eigentliche Unterschied liegt aber woanders: Beim Padel ist das Feld von Wänden aus Glas und Gitter umgeben, die ins Spiel einbezogen werden. Du darfst den Ball nach dem Abprallen von der Wand weiterspielen, was das Spiel taktisch ganz anders macht als klassisches Tennis.
Auch Schläger und Bälle unterscheiden sich deutlich. Tennisschläger sind besaitet, dürfen gut 73 Zentimeter lang sein und übertragen über die große Hebelwirkung viel Kraft. Padelschläger sind höchstens 45,5 Zentimeter lang, haben keine Saiten, sondern eine feste, gelochte Schlagfläche, und werden mit einer Schlaufe am Handgelenk gesichert. Das bedeutet weniger Hebel, dafür mehr Kontrolle und Platzierung. Padelbälle haben außerdem etwas weniger Innendruck als Tennisbälle, was die Ballwechsel verlängert.
Squash wird in einem geschlossenen Court gespielt, in dem alle vier Wände bis zu den markierten Auslinien zum Spiel gehören – die Decke dagegen nicht. Der Ball wird dabei immer zuerst gegen die Frontwand gespielt. Das Spiel ist dadurch besonders schnell und lässt kaum Verschnaufpausen.
Körperliche Belastung und Energieverbrauch
Beim Energieverbrauch kommt es stark auf die Spielintensität an. Eine gute Orientierung liefert das Compendium of Physical Activities, die wissenschaftliche Referenz für den Energieverbrauch von Aktivitäten. Die Faustformel dafür lautet: Kilokalorien pro Stunde ≈ MET-Wert × Körpergewicht in Kilogramm.
Für eine 75 Kilogramm schwere Person ergibt das pro Stunde rund 900 Kilokalorien beim intensiven Squash, etwa 600 beim Tennis-Einzel und etwa 450 im Tennis-Doppel. Beim eher gemütlichen Squash liegt der Verbrauch mit rund 550 Kilokalorien dagegen unter dem Tennis-Einzel. Squash ist also vor allem dann die intensivste der drei Sportarten, wenn du richtig Gas gibst.
Für Padel gibt es im Compendium noch keinen eigenen Wert. Da Padel meist im Doppel gespielt wird, dürfte der Verbrauch in einer ähnlichen Größenordnung wie beim Tennis-Doppel liegen, bei intensivem Spiel auch darüber. Durch das kleinere Feld sind die Laufwege kürzer, dafür sorgen die Wände für lange Ballwechsel mit vielen schnellen Richtungswechseln.
Tennis wiederum wird im Einzel oder Doppel auf einem großen Feld gespielt, mit langen Laufwegen, vielen Sprints und abrupten Stopps. Gerade im Einzel treibt das den Puls schnell nach oben – ein effektives Training für Herz und Lunge.
Beliebtheit und Wachstum in Deutschland
Tennis bleibt in Deutschland die mitgliederstärkste der drei Sportarten. Laut Deutschem Tennis Bund gibt es rund 1,48 Millionen Mitgliedschaften in knapp 8.700 Vereinen, die zusammen über etwa 45.000 Tennisplätze verfügen. Damit ist Tennis fest im deutschen Vereinssport verankert.
Padel befindet sich dagegen in einer Phase außergewöhnlich dynamischen Wachstums. Laut dem Weltverband FIP spielen in Deutschland inzwischen rund 350.000 Menschen Padel, weltweit sind es mehr als 35 Millionen. Die Zahl der Plätze hierzulande ist von rund 130 Anfang 2023 auf inzwischen mehr als 2.000 gestiegen. Im internationalen Vergleich hat Deutschland aber noch Aufholbedarf, etwa gegenüber Spanien oder Schweden.
Squash ist in Deutschland etabliert, im Vereinssport aber eher eine Nische. Dachverband ist der Deutsche Squash Verband (DSQV). Im Vergleich zu Tennis und dem aktuellen Padel-Boom sind die Mitgliederzahlen deutlich geringer.
Welche Sportart passt zu dir?
Die drei Sportarten sprechen unterschiedliche Bedürfnisse und Ziele an:
- Tennis passt zu dir, wenn du ein technisch anspruchsvolles Spiel im Einzel oder Doppel mit viel Laufarbeit suchst und ein etabliertes Vereins- und Turniersystem schätzt.
- Padel punktet mit dem kleineren Feld, dem geselligen Doppel und einem leichten Einstieg – ideal, wenn du gemeinsam mit anderen aktiv sein willst und keine große Tennis-Vorerfahrung mitbringst.
- Squash ist deine Wahl, wenn du ein besonders intensives, zeiteffizientes Ganzkörpertraining suchst, das dich in kurzer Zeit richtig fordert.
Fazit
Padel, Tennis und Squash haben gemeinsame Wurzeln im Rückschlagsport, unterscheiden sich aber deutlich in Spielfeld, Ausrüstung, Bewegungsmustern und Belastung. Tennis ist in Deutschland weiterhin die mitgliederstärkste der drei Sportarten, Padel erlebt gerade ein außergewöhnliches Wachstum, und Squash ist bei intensivem Spiel die forderndste Variante. Welche Sportart am besten zu dir passt, hängt von deinen Vorlieben, deiner körperlichen Verfassung und deinen Trainingszielen ab.
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